Dass ich die Menschen auf dieser Welt größtenteils für ziemlich gehirnamputiert halte, ist ja nicht wirklich eine Neuigkeit. Aber manchmal staun’ selbst ich noch, was sich einige Exemplare dieser hochentwickelten Spezies so ausdenken. Zum Beispiel Anja W. und Gabriele S. vom PRINT-Projekt am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen. Die fanden’s nämlich doof, dass die 14-jährigen Jugendlichen auf’m “Brokser Heiratsmarkt” - irgend so ein Saufgelage Volksfest für die Landbevölkerung - so viel trinken. Nicht Cola und Limo, sondern böse Sachen mit Alkohol drin. Und da überlegten sich die beiden, wahrscheinlich unter Einfluss einiger Flaschen Rotwein, dass man den Jung-Alkoholikern doch einfach ein Angebot machen könnte: Frei-Chips für Fahrgeschäfte gegen 3 (in Worten: drei) Stunden Abstinenz. Erstaunlicherweise war die Resonanz überwältigend und über 200 Kinder Heranwachsende machten laut WESER KURIER mit. Anmeldung genügte, nach drei Stunden kam man wieder und blies in einen “Alkomaten”, wenn der nix anzeigte, gab’s Freifahrscheine. Das nenne ich doch mal eine pädagogische Maßnahme, bei der man auch für’s Blasen Leben lernt. Anstatt dafür zu sorgen, dass 14-jährige Gören gar nicht erst an Alkohol kommen, werden sie einfach belohnt, wenn sie “mal nix trinken”.
Und dann ein Tiefschlag für die Mitglieder des Präventionsarbeitskreises und Pastor Christoph Gamer (die Kirche ist mit ihren Orgel-Pfeifen bei einer solch dämlichen beispiellosen Aktion natürlich dabei): Steffen (14) aus Schwarme gibt zu, er mache das “hier nur mit wegen der Fahrchips!” Nein! Oh nein! Die Jugend ist verdorben!
Was mich jetzt beschäftigt: Um später ein eventuell persönlich gezeugtes Kind von dieser ganzen Dummheit und diesem Gesocks fernzuhalten, müsste man es eigentlich irgendwo einsperren, oder?



